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KI-Inventar.
Welche KI-Anwendungen im Einsatz sind, wer sie verantwortet und welche Daten und Werkzeuge sie nutzen.
- NIST AI RMF · Bestandsaufnahme
- Von Jonathan Bezdek
- Stand: 22.10.2026
- Fachlich freigegeben von Jonathan Bezdek am 22.10.2026
- Lesezeit: 4 Min.
Kurzantwort.
Ein KI-Inventar erfasst KI-Anwendungen und ihre konkreten Einsatzfälle mit Verantwortlichen, Datenarten und angebundenen Systemen. Bei Agenten gehören auch Werkzeuge und erlaubte Aktionen dazu. Es schafft die Grundlage für Risikobeurteilung und Nutzungsregeln. Eine Liste von Modellnamen allein zeigt weder den tatsächlichen Einsatz noch dessen Folgen für die Organisation.
Der Anwendungsfall ist die Einheit der Bestandsaufnahme.
Ein KI-Inventar beantwortet, wo KI im Unternehmen eingesetzt wird und welche Verantwortung daraus entsteht. Es dokumentiert den Bestand. Die Bewertung der Risiken und die Entscheidung über erlaubte Nutzung bauen darauf auf, sind aber eigenständige Aufgaben. Das NIST AI RMF bietet für diese Einordnung die Funktionen Govern und Map.
Ein Modellname für viele Einsatzzwecke. Derselbe Dienst kann Texte formulieren, Personaldaten auswerten oder operative Änderungen auslösen. Diese Einsätze brauchen getrennte Beschreibungen, wenn Verantwortung oder Risiko abweichen.
Agenten ohne Werkzeugliste. Ein Chat mit Lesezugriff und ein Agent mit Schreibrechten haben unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten. Das Inventar sollte diese Unterschiede sichtbar machen.
Inventar ohne Pflegeverantwortung. Ohne eine zuständige Person bleiben abgeschaltete Anwendungen aktiv und neue Verbindungen fehlen. Legen Sie Auslöser für Aktualisierungen fest.
Für Fachbereiche, IT und KI-Governance.
Das Inventar ist für Organisationen sinnvoll, die KI-Dienste einkaufen, eigene Anwendungen entwickeln oder Agenten konfigurieren. Fachbereiche kennen die Einsatzzwecke; IT kennt die technischen Verbindungen. Datenschutz und Risikoverantwortliche benötigen diese Angaben für ihre Bewertungen. Eine zentrale Pflegeperson führt diese Perspektiven zusammen.
Was Sie festlegen sollten.
Die folgenden Punkte beschreiben die Einrichtung und Prüfung dieses Ablaufs, keine eigenständige gesetzliche Pflicht.
Anwendung und konkreten Anwendungsfall unterscheiden.
Beschreiben Sie den tatsächlich verwendeten Dienst und seinen Einsatzzweck. Die Funktionen Govern und Map im NIST AI RMF helfen dabei, Verantwortung und Kontext voneinander zu unterscheiden.
Fachliche Verantwortung und Nutzerkreis festhalten.
Ordnen Sie jedem Einsatz eine verantwortliche Person und einen Nutzerkreis zu. Die Person muss Änderungen am Einsatzzweck beurteilen oder an die zuständige Stelle weitergeben können.
Datenarten, Anbieter und Verbindungen beschreiben.
Halten Sie fest, welche Daten in den Ablauf eingehen und welche Systeme beteiligt sind. Diese Angaben bilden die Grundlage für weitere Datenschutz- und Sicherheitsprüfungen; das Inventar entscheidet diese Fragen nicht selbst.
Werkzeuge und mögliche Änderungen eines Agenten erfassen.
Erfassen Sie bei Agenten die verfügbaren Werkzeuge und den erlaubten Handlungsspielraum. Eine Verbindung mit Lesezugriff hat andere Folgen als derselbe Dienst mit der Möglichkeit, Datensätze zu verändern.
Status, letzte Prüfung und Änderungsanlass dokumentieren.
Nennen Sie den aktuellen Nutzungsstatus, die letzte Überprüfung und konkrete Auslöser für eine Aktualisierung. Neue Datenquellen oder zusätzliche Schreibrechte sind Anlass, den bisherigen Eintrag erneut zu prüfen.
Umsetzung in Schritten.
Bestand zusammentragen.
Gleichen Sie bekannte Anwendungen mit Fachbereichen und IT ab. Nehmen Sie auch selbst konfigurierte Assistenten und MCP-Verbindungen auf.
Einsatzzwecke beschreiben.
Erfassen Sie Zweck, Nutzerkreis, Verantwortliche, betroffene Daten und Systeme. Trennen Sie wesentlich unterschiedliche Anwendungsfälle.
Handlungsspielraum ergänzen.
Dokumentieren Sie für Agenten lesbare Quellen, schreibbare Ziele und die erlaubten Aktionen. Verweisen Sie auf die konkrete Konfiguration.
Prüfung und Pflege zuordnen.
Verknüpfen Sie den Eintrag mit der Risikobeurteilung und den geltenden Nutzungsregeln. Aktualisieren Sie ihn bei neuen Modellen, Datenquellen oder Werkzeugen.
Den Ablauf nachvollziehbar dokumentieren.
Diese Unterlagen machen den gewählten Ablauf und seine Ergebnisse nachvollziehbar. Die Prüfanlässe sind Empfehlungen für den Betrieb.
KI-Anwendungsfall: Registereintrag mit Zweck und Verantwortung. Verantwortlich: Fachbereich. Prüfanlass: bei Einführung und Zweckänderung.
Daten- und Zugriffsübersicht: Datenarten, Quellen, Empfänger und Werkzeuge. Verantwortlich: IT und Datenschutz. Prüfanlass: bei neuer Verbindung.
Risikoeinordnung: Begründete Bewertung mit offenen Punkten. Verantwortlich: Risikoverantwortliche. Prüfanlass: vor Einsatz und bei Änderungen.
Bestandsabgleich: Abgleich mit freigegebenen Anwendungen. Verantwortlich: IT-Administration. Prüfanlass: regelmäßig nach festgelegtem Turnus.
Weiterlesen im Blog.
Verwandte Aufgaben und Einordnung.
Die folgenden Seiten vertiefen die angrenzenden Aufgaben. Sie ersetzen nicht die hier beschriebene Prüfung des konkreten Anwendungsfalls.
In Secani.
In der Secani-Bestandsaufnahme lassen sich Anwendungen erfassen. Über MCP können berechtigte Clients Einträge anlegen und neue Revisionen erzeugen; für Änderungen wird der zuvor gelesene Revisionsstand geprüft.
Nutzen Sie diese Einträge als Ausgangspunkt und dokumentieren Sie KI-Zweck, Datenarten und Zugriffe in den verfügbaren Feldern und verknüpften Unterlagen. Eine automatische Erkennung aller eingesetzten KI-Dienste wird damit nicht zugesagt.
Einen abgegrenzten Fall prüfen.
Erfassen Sie zunächst einen tatsächlich genutzten KI-Anwendungsfall vollständig und gleichen Sie ihn mit dem Fachbereich ab.
Häufige Fragen.
Nein. KI-Inventar und AI Inventory bezeichnen hier dieselbe Bestandsaufnahme. Entscheidend sind Anwendungsfälle, Verantwortliche, Datenarten und Zugriffe.
Das Inventar beschreibt Anwendungen und Anwendungsfälle. Einzelne Aufträge gehören bei Bedarf in die Dokumentation des jeweiligen Vorgangs; sie ersetzen den Inventareintrag nicht.
Die hier beschriebene Bestandsaufnahme basiert auf erfassten Einträgen. Eine automatische Erkennung aller KI-Anwendungen ist kein Bestandteil dieses Ablaufs.
Compliance mit verbundenen Daten.
Besprechen Sie Ihren Anwendungsfall für den Secani-Agenten oder einen verbundenen MCP-Client.
Die beschriebenen Abläufe sind Umsetzungshilfen. Verfügbare Werkzeuge hängen von Client, Berechtigungen und Produktstand ab; fachliche Entscheidungen bleiben bei den verantwortlichen Personen.